Montag, 21. März 2011

"Angles" - Die Strokes sind wieder da


Vor 10 Jahren war ganz plötzlich ein Album einer Newcomer-Band in aller Munde: "Is This It"von The Strokes. Die New Yorker klangen wie eine dreckige Garagenband, obwohl sie doch eher aus der Oberschicht stammen. Bei Kritikern und der sofort wachsenden Fangemeinde kam die Platte ausgezeichnet weg - und mir persönlich gefiel und gefällt sie, nebenbei bemerkt, auch sehr gut. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolger "Room on Fire"(2003), der aber nicht ganz halten konnte, was das Debut versprochen hatte. Dabei finden sich auf diesem Album durchaus ein paar sehr gute Songs, insgesamt aber klingt es ein bisschen weichgespült, was allerdings nicht schlecht sein muss. Ich höre auch "Room On Fire" immer noch ganz gerne, aber besser gefiel mir dann doch wieder Album No. 3: "First Impressions of Earth"(2005), auf dem die Songs etwas komplexer ausfallen und das "Rotzige" von "Is This It" wieder mehr zum Tragen kommt.

Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Band die typischen Erscheinungen des schnellen und frühen Ruhms. Offenbar verstand man sich nicht mehr so gut, hatte Meinungsverschiedenheiten über das Songmaterial, und so kam es 2006 zu einem ersten Solo-Album des Gitarristen Albert Hammond Jr. (Sohn des Sängers/Songwriters Albert Hammond, der sich vor allem mit dem Hit "It Never Rains In Southern California" unsterblich machte). "Yours to Keep"erinnert an vielen Stellen an die Strokes, hat aber auch ein paar sehr schöne eigenständige Momente. Ein sehr entspannendes Album, das ich wirklich empfehlen kann. Übrigens hatte Albert einige Songs für ein neues Strokes-Album geschrieben, die jedoch von den anderen Bandmitgliedern abgelehnt wurde. So viel zur "Harmonie" zwischen den Jungs in jenen Tagen.... 2008 schob er mit "Como Te Llama?"(an alle Spanier und Latinos: Müsste es nicht "llamas" heißen?) noch ein weiteres Solo-Album nach - ebenfalls sehr hörenswert, aber eben eher "sommerfrisch" als "rotzig frech". Immerhin hat er mit beiden Platten großes Talent bewiesen - vielleicht liegt's an den Genen...

Donnerstag, 17. März 2011

Aktuelle Konzert-Tipps

In den nächsten Wochen und Monaten stehen einige interessante Konzerte auf dem Programm, die ich den geneigten Lesern hiermit ans Herz legen möchte (oder auch nicht):


  • Jamiroquai - der Funk-Jazz (oder wie immer man es nennen will) der Briten um Jay Kay war in den 90ern eine echte Entdeckung. Später war ich persönlich davon eher gelangweilt. Das neue Album "Rock Dust Light Star", das Ende 2010 nach immerhin 5-jähriger Pause erschien, hat wieder bessere Kritiken eingefahren, vor allem bei den eingefleischten Fans. Ich kenne das Album noch nicht, vielleicht würde sich ein Konzertbesuch lohnen. Termine: 21.3. Hamburg, 26.3 München., 6.4. Stuttgart, 8.4. Berlin, 12.4. Oberhausen. Weitere Termine im Juli.

  • Chicago - was, die gibt's noch? Ja, in der Tat. Die 1967 gegründete Band, anfangs mit einigen grandiosen Alben wie dem legendären Debut "Chicago Transit Authority" und dem ebenso guten "Chicago II" (damals begannen sie, ihre Alben durch zu nummerieren, eine Praxis, von der sie nur selten abwichen) stand bereits 1978 vor dem Ende, nachdem Gitarrist Terry Kath sich selbst eine tödliche Schussverletzung zugefügt hatte. Sie rafften sich aber wieder auf, hatten sich aber längst dem Mainstream verschrieben. Ich selbst habe, ehrlich gesagt, schon ewig nichts mehr von dieser Band gehört, würde einen Konzertbesuch aber aus nostalgischen Gründen in Erwägung ziehen. Peter Cetera ist allerdings auch schon lange nicht mehr mit von der Partie. Termine: 17.6. Berlin, 18.6. Hamburg, 19.6. Mainz, 20.6. Köln, 1.7. Dresden.

Mittwoch, 16. März 2011

Pretty Things - Parachute

Die Pretty Things wurden 1963 gegründet. Sie gaben sich hässlich und rüpelhaft, brachten aber einige bemerkenswerte Platten heraus. Sie wurden von Kritikern geliebt, ihr Böse-Buben-Image verbaute ihnen aber wohl eine größere Karriere. Vielleicht als Höhepunkt ihres Schaffens kann das 1970 erschienene Album "Parachute" gelten. Hier liefen die Jungs um Frontmann Phil May zur Höchstform auf, Gesang, Texte und Instrumentierung harmonierten aufs Beste. Sie schufen eine besondere Atmosphäre, variierten dabei mühelos zwischen hart ("Cries From The Midnight Circus") und soft ("Grass") und gaben dem Ganzen auch noch ein Konzept. Trotzdem konnte sich die hochgelobte Platte damals nicht durchsetzen und ist bis heute eher eine Art Geheimtipp geblieben.



Anspieltipps kann man hier kaum geben - das Album hat keine Schwächen.

Radiohead

Radiohead sind eine meiner absoluten Lieblingsbands. Wobei ich mich dazu bekenne, ihre beiden ersten Alben
"Pablo Honey"und "The Bends"nicht ganz so sehr zu mögen wie alles, was danach kam. Viele Radiohead-Fans sehen das eher andersherum - für sie war die großartige "Ok Computer"die letzte Radiohead-Scheibe, auf der Gitarren dominierten. Ab "Kid a-Special Edition"wandte die Band sich anderen Tönen zu, es wurde noch elektrischer, noch experimenteller, noch unzugänglicher, und mit den folgenden Alben "Amnesiac"(eher eine Resteverwertung von "Kid A", aber dennoch mit tollen Songs) und "Hail to the Thief"gingen sie diesen Weg weiter. Zwischenzeitlich trieb Radiohead-Leader Thom Yorke das Ganze mit seinem Soloalbum "The Eraser"auf die Spitze. Dieses Meisterwerk will ich irgendwann hier gesondert vorstellen.