Vor 10 Jahren war ganz plötzlich ein Album einer Newcomer-Band in aller Munde:
"Is This It"
von The Strokes. Die New Yorker klangen wie eine dreckige Garagenband, obwohl sie doch eher aus der Oberschicht stammen. Bei Kritikern und der sofort wachsenden Fangemeinde kam die Platte ausgezeichnet weg - und mir persönlich gefiel und gefällt sie, nebenbei bemerkt, auch sehr gut. Entsprechend groß waren die Erwartungen an den Nachfolger
"Room on Fire"
(2003), der aber nicht ganz halten konnte, was das Debut versprochen hatte. Dabei finden sich auf diesem Album durchaus ein paar sehr gute Songs, insgesamt aber klingt es ein bisschen weichgespült, was allerdings nicht schlecht sein muss. Ich höre auch "Room On Fire" immer noch ganz gerne, aber besser gefiel mir dann doch wieder Album No. 3:
"First Impressions of Earth"
(2005), auf dem die Songs etwas komplexer ausfallen und das "Rotzige" von "Is This It" wieder mehr zum Tragen kommt.
Zu diesem Zeitpunkt zeigte die Band die typischen Erscheinungen des schnellen und frühen Ruhms. Offenbar verstand man sich nicht mehr so gut, hatte Meinungsverschiedenheiten über das Songmaterial, und so kam es 2006 zu einem ersten Solo-Album des Gitarristen Albert Hammond Jr. (Sohn des Sängers/Songwriters Albert Hammond, der sich vor allem mit dem Hit "It Never Rains In Southern California" unsterblich machte).
"Yours to Keep"
erinnert an vielen Stellen an die Strokes, hat aber auch ein paar sehr schöne eigenständige Momente. Ein sehr entspannendes Album, das ich wirklich empfehlen kann. Übrigens hatte Albert einige Songs für ein neues Strokes-Album geschrieben, die jedoch von den anderen Bandmitgliedern abgelehnt wurde. So viel zur "Harmonie" zwischen den Jungs in jenen Tagen.... 2008 schob er mit
"Como Te Llama?"
(an alle Spanier und Latinos: Müsste es nicht "llamas" heißen?) noch ein weiteres Solo-Album nach - ebenfalls sehr hörenswert, aber eben eher "sommerfrisch" als "rotzig frech". Immerhin hat er mit beiden Platten großes Talent bewiesen - vielleicht liegt's an den Genen...